Lesung: 'AktenEinsicht. Geschichten von Frauen und Gewalt'

Autorin: Christina Clemm

Zuhören!

Eine Lesereihe der Fachstelle gegen sexualisierte Gewalt

 

In Kooperation mit der Stabstelle für Gleichstellung und Vielfalt der Bergischen Universität Wuppertal
Mit dieser thematischen Lesereihe möchten die FrauenBeratung und die Stabstelle für Gleichstellung und Vielfalt der Bergischen Universität Wuppertal eine öffentliche Debatte zum Thema sexualisierte Gewalt gegen Frauen anstoßen.
Mit den literarischen Beiträgen sollen die vielschichtigen Ebenen des Themas sichtbarer gemacht werden. Dazu zählen die individuellen Aspekte von Betroffenheit und Bewältigung, die Dynamiken im Umfeld von Betroffenen, die gesellschaftspolitische Dimension wie auch die Hilfesysteme.
Sexualisierte Gewalt als gesellschaftlich verankertes strukturelles Problem ist Dank langjähriger Kämpfe von Feministinnen weltweit benennbarer und besprechbarer geworden. Dennoch: Für viele bleibt das Sprechen darüber – und auch das Zuhören – schwer.
Begleitet werden die Lesungen durch musikalische Beiträge. Im Anschluss gibt es die Möglichkeit zur gemeinsamen Diskussion. Dazu laden wir unterschiedliche Gäste ein, beispielweise Personen aus dem juristischen und medizinischen Bereich, zu Themen wie Anonyme Spurensicherung nach Sexualstraftaten („ASS“) und Rechtsfragen nach sexualisierter Gewalt.

„AktenEinsicht. Geschichten von Frauen und Gewalt“

Mit Autorin Christina Klemm und einem musikalischen Beitrag von Igor Parvenof

Klappentext: Gewalt gegen Frauen ist ein alltägliches Phänomen, auch wenn sie nur selten öffentlich wird. »AktenEinsicht« erzählt Geschichten von Frauen, die körperlicher und sexualisierter Gewalt ausgesetzt waren, und vermittelt überraschende, teils erschreckende Einsichten in die Arbeit von Justiz und Polizei. Nach den neuesten Zahlen des BKA ist jede dritte Frau in Deutsch­land von physischer und/oder sexualisierter Gewalt betroffen. Welche Lebensgeschichten sich hinter dieser erschreckenden Zahl verbergen, davon erzählt die Strafrechtsanwältin Christina Clemm, empathisch und unpathetisch. Alina ist nach Deutschland gekommen, um Geld zu verdienen. Sie wusste, dass sie wahrscheinlich nur als Prostituierte wird arbeiten können, und kommt gut damit zurecht. Mit Vielem hat sie gerechnet, aber nicht damit, dass ein Bekannter ihres Bruders ihr nachstellt und als sie ihn abweist versucht, sie auf offener Straße zu töten. Eva verlässt ihren Freund, der sie in den Bauch tritt, als sie schwanger ist. Er verfolgt sie, schickt Morddrohungen. Siebzehn Mal hatte sie ihn vergeblich bei der Polizei angezeigt, als ihre Tochter sie tot in ihrer Wohnung findet. Faizah wird von ihrem deutschen Ehemann schwer misshandelt. Einmal gelingt es ihr, sich nach draußen zu retten. Er folgt ihr, prügelt weiter, würgt sie, bis Passanten ihn festhalten und die Polizei holen. Wie gewinnt man nach einer Gewalterfahrung die Selbstachtung zurück, die Selbstbestimmung über das eigene Leben? Wie geht man damit um, dass die Polizei einen angekündigten Mord nicht ernst nimmt? Dass man einem Richter gegenübersteht, der auf dem rechten Auge blind ist? Was macht es mit den Betroffenen, die Täter wiedersehen zu müssen und sich bohrenden Fragen zur Tat zu stellen? Christina Clemm nimmt uns mit auf eine Reise in die Gerichtssäle der Republik, an die Tatorte, in die Tatgeschehen. Es sind Geschichten, die man nicht mehr vergessen wird.

Termin: 29.10.21, 17.00 Uhr

Ort: Schokoladenfabrik, Obergrünewalderstr. 8a, 42103 Wuppertal

Anmeldung: Carolin Brüggemann

E-Mail: c.brueggemann@frauenberatungwuppertal.de

Kosten: Die Lesung ist kostenfrei da bezuschusst durch die Glücksspirale und das Ministerium für Heimat Kommunales Bau und Gleichstellung.