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Depressionen

 Frauen und Depression

Der Begriff Depression beschreibt ein breites Spektrum von Symptomen, von der Melancholie über Trauer bis zu schweren Gefühlen der Sinnlosigkeit und Leere, Ängsten und Hoffnungslosigkeit.

 

Video Ich hatte einen schwarzen Hund

 

 

Vielfältig sind die Definitionen der Depression

„Die Grundthematik der Depression ist das Abschied-nehmen-müssen, ohne dass der eingetretene Verlust oder die Ent- täuschung grundlegender Bedürfnisse schon angenommen werden kann"( D. Hell).
S. Rado bezeichnet die Depression als "Schrei nach Liebe“, ähnlich auch F. Riemann, der davon ausgeht, dass in der Depression die Individuation als Fähigkeit zur Eigenverantwortung für die Befriedigung eigener Ziele und Bedürfnisse nicht genügend entwickelt ist. „Nähe – und Liebesbedürfnisse gegenüber anderen stehen im Vordergrund.“
C.G. Jung nennt die Depression „alte Dame in Schwarz, die wenn sie kommt, willkommen geheißen werden soll“. Er sieht in der Depression eine wichtige Zeit der Neuorientierung und des Sich-Neufindens.
Für J. Giger-Bütler ist die Depression eine Folge chronischer emotionaler und sozialer Überforderung.

Allen Definitionen gemeinsam ist, dass die Depression als eine bestimmte Reaktionsweise, mit der ein Mensch auf bestehende Lebensereignisse bzw. eine Notsituation reagiert, angesehen wird. Der betroffene Mensch reduziert sich auf die zum Überleben notwendigen Grundfunktionen, an mehr ist nicht zu denken.

Eine Depression bezieht sich sowohl auf das körperliche Befinden, wie auch auf Gefühle, Verhalten, Sprache, Wahrnehmung und Denken (s. dazu auch Leitfaden Depression).

Zahlreiche Untersuchungen über die Entwicklung von Depressionen bei Frauen, die seit Ende der 70er Jahre durchgeführt worden sind, weisen darauf hin, dass die Entstehung von Depressionen weniger auf den spezifischen Hormonstatus (z.B. während und nach einer Schwangerschaft oder während der Wechseljahre, etc.) zurückzuführen sind, sondern vielmehr durch soziale und psychosoziale Faktoren als Folge der Verschiedenheit der Geschlechterrollen ausgelöst werden können.

Zu den geschlechtsspezifischen Aspekten gehört wesentlich die frauenspezifische Sozialisation:

Weitere soziale und psychische Faktoren sind die Mehrfachbelastung in Familie und Beruf und damit verbundener ständiger Überforderung:

Viele aktuelle Untersuchungen belegen auch, dass als Hauptfaktor für die Entwicklung von Depressionen bei Frauen der Verbleib in einer auswegslosen Beziehung und/oder das Ausharren in einer beruflichen Sackgasse gilt. Auch der Aufbruch in eine neue Lebensphase wie z.B. nach der Ablösung von den Eltern und dem Start in die Berufstätigkeit oder die Neuorientierung in den Wechseljahren können depressive Phasen hervorrufen.
Beide Lebensphasen fordern in besonderer Weise die Bereitschaft, die Verantwortung für ein selbstbestimmtes Leben zu übernehmen und sich nicht mehr auf andere bzw. vertraute Rollen zu verlassen. Auch unverarbeitete Verluste, wie z.B. Trauer über eine Trennung oder den Tod eines nahe stehenden Menschen gehören zu den häufigen Ursachen einer Depression.

So gesehen ist die Depression eine Folge unserer Lebensführung und ganz besonders die Folge einer Vermeidung der Gefühle und Erfahrungen, die wir nicht wahrhaben wollen. Wie alle Symptome ist auch die Depression ein Weg, auf dem der Körper und die Seele zeigen, dass irgendetwas im Leben nicht mehr stimmt.

Ängste, Gefühle der Schuld oder Sinnlosigkeit, Selbstvorwürfe und Hoffnungslosigkeit, ein geringes Selbstwertgefühl, die Angst zu versagen und Entscheidungsunfähigkeit weisen darauf hin, dass eine Veränderung im Leben notwendig ist.

Der erste Schritt einer Veränderung besteht darin, sich die eigenen wirklichen Gefühle, Gedanken und Bedürfnisse einzugestehen. Ein weiterer Schritt bezieht sich auf die Veränderung des Handelns.

Die Angst davor nicht normal zu sein, Gefühle der Leere und eine nicht auflösbare schwarze Wolke, die alle Lebenslust und -kraft lähmt, verhindern oftmals die Schritte zu gehen, die notwendig sind, um aus der Depression herauszukommen.

Es ist jetzt an der Zeit, endlich auch den „verbotenen Gefühlen“ wie Eifersucht und Ärger, Wut, Schuld, Verzweiflung, Angst und Scham Raum zu geben, sich mit unerfüllten Bedürfnissen zu beschäftigen, mit verleugneten Schmerzen aus der Vergangenheit, aber auch mit nicht vollzogenen Entscheidungen.

Der Weg, auf dem eine Heilung aus der Depression geschieht, kann für jede Frau ein anderer sein. Auch hier ist der erste Schritt der Schwierigste.

Information, Hilfe und Unterstützung dazu bietet die Frauenberatungsstelle. Ebenso wie auch FachÄrztInnen und psychotherapeutische Praxen (s. dazu auch Leitfaden Depression).


Leitfaden Depressionen .pdf (110 KB)

 

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